STUDIE360 – Die Energieversorger-Studie
← Energieversorger Magazin

Durchleitungsmodell Ladesäulen: Erstmaliger Regelbetrieb, Chancen und Folgen

Von Helena Brinkmann

Der Artikel erklärt das Durchleitungsmodell für Ladesäulen, das erstmals im Regelbetrieb eingeführt wurde. Er beschreibt Technik, Abrechnungswege, Netzbelastung, rechtliche Rahmenbedingungen und die praktischen Konsequenzen für Betreiber, Städte und Nutzer.

KI-gestützt erstellt Wie wir in unserem Magazin arbeiten

Durchleitungsmodell Ladesäulen: Erstmaliger Regelbetrieb, Chancen und Folgen
KI-generiert

E-Autos: Durchleitungsmodell für Ladesäulen erstmals im Regelbetrieb

Das Durchleitungsmodell für Ladesäulen markiert einen bedeutenden Fortschritt in der Elektromobilität. Nach erfolgreichen Pilotprojekten in Berlin und Hamburg wird es nun von der LichtBlick eMobility GmbH und decarbon1ze in den Regelbetrieb überführt. Dieses Modell erlaubt es Ihnen, den Stromvertrag Ihres Anbieters an Ladepunkten mitzunehmen, die von LichtBlick betrieben werden. Der Strombezug ist somit nicht mehr an den Betreiber der Ladesäule gekoppelt. Auch das Laden über das übliche Roaming bleibt möglich. Diese Neuerung könnte den Markt für Elektromobilität revolutionieren.

Die Grundlage: Netzzugangsregeln und virtuelle Bilanzkreise

Die Basis für das Durchleitungsmodell Ladesäulen bildet die 2021 eingeführte Vorgabe der Bundesnetzagentur. Diese "Netzzugangsregeln zur Ermöglichung einer ladevorgangscharfen bilanziellen Energiemengenzuordnung für Elektromobilität (NZR-EMob)" nutzen virtuelle Bilanzkreise. Diese Kreise ermöglichen die Zuordnung der geladenen Strommengen. Die Abrechnungsdaten werden an der Ladesäule erfasst und an Netzbetreiber sowie Stromanbieter weitergeleitet. Über den Bilanzkreis des eigenen Stromanbieters erfolgt dann die Abrechnung. Diese technische Grundlage schafft die Voraussetzung für einen flexiblen und transparenten Strombezug.

Durchleitungsmodell Ladesäulen: Wettbewerb und CO2-Bilanzierung

Markus Adam, Chefjurist von LichtBlick, hebt die Vorteile des Modells hervor: "Wir freuen uns, dass wir so schnell und kostengünstig das Durchleitungsmodell an unseren Ladesäulen implementieren konnten." Das Modell ermöglicht Wettbewerb an der Ladesäule und erleichtert Flottenbetreibern die CO2-Bilanzierung. Herkunftsnachweise des Stromlieferanten können nun berücksichtigt werden. Dies ist ein wichtiger Schritt in Richtung nachhaltiger Mobilität und bietet Ihnen als Nutzer mehr Transparenz und Auswahlmöglichkeiten.

Integration in bestehende Strukturen

Knut Hechtfischer, CEO von decarbon1ze, betont die Anpassungsfähigkeit des Modells: "Als Durchleitungsdienstleister passen wir uns auch der existierenden, bewährten Dienstleistungsarchitektur von CPO und E-MSP an." Diese Integration ermöglicht es CPOs, das Durchleitungsmodell kostengünstig umzusetzen. Sie profitieren von der energiewirtschaftlichen Kompetenz verschiedener Lieferanten. E-MSP können entscheiden, ob sie durchleiten oder diese Aufgabe dem CPO überlassen. Diese Flexibilität könnte die Akzeptanz und Verbreitung des Modells weiter fördern.

Fairer Wettbewerb und Transparenz

Das Durchleitungsmodell sorgt für einen diskriminierungsfreien Zugang von Stromanbietern zu Ladesäulen. Sie können den Stromanbieter Ihrer Wahl auswählen und an jede teilnehmende Ladesäule mitnehmen. Preise und Stromqualität werden transparent, was zu fairen Wettbewerbsbedingungen führt. Dies fördert verbraucherfreundliche Preise und sichert den Betreibern ein angemessenes Nutzungsentgelt. Der Ausbau der Ladeinfrastruktur wird unabhängiger von staatlicher Förderung, was langfristig die Elektromobilität stärkt.

Voraussetzung für E-Lkw-Ausschreibungen

Das Bundesministerium für Digitales und Verkehr (BMDV) hat das Durchleitungsmodell als Voraussetzung für E-Lkw-Ausschreibungen an unbewirtschafteten Rastanlagen festgelegt. Dies zeigt die Bedeutung des Modells für die Zukunft der Elektromobilität. Es könnte als Blaupause für weitere Entwicklungen im Bereich der Ladeinfrastruktur dienen. Die Einbindung in staatliche Ausschreibungen unterstreicht das Potenzial des Modells, den Markt nachhaltig zu verändern.

Über LichtBlick

LichtBlick steht seit 26 Jahren für klimaneutrale Energielösungen. Als Ökostrom-Pionier gestartet, vertrauen heute über 1,7 Millionen Menschen auf die Lösungen des Unternehmens. LichtBlick bietet ein breites Spektrum an Energiedienstleistungen, von Solar- und Mobilitätslösungen bis hin zu innovativen Flex-Dienstleistungen. Im Geschäftsjahr 2023/24 erzielte das Unternehmen einen Umsatz von 1,64 Milliarden Euro. Diese Erfolgsgeschichte zeigt, wie wichtig nachhaltige Energielösungen für die Zukunft sind.

Beitrag teilen
← Weitere Nachrichten Jetzt teilnehmen